Functional Movement Screen oder die Suche nach dem schwächsten Glied der Kette
  11.10.2019 •     Fitness Archiv 2019 Vitadrom

Viele Hobbyund Freizeitsportler, aber auch Wettkampfsportler kennen folgendes Problem: Nach einer Verletzung steigen sie wieder ins Training ein, anfangs scheint auch alles in Ordnung, sie machen Fortschritte. Doch nach einer kurzen Zeit tritt die alte Verletzung wieder auf. Ob aus Erzählungen von Kunden oder aus eigenen Erfahrungen als Handballspieler, dieses Phänomen ist mir lange bekannt.

Eine Kette ist bekanntlich nur so stark, wie dessen schwächstes Glied. Ziehe ich an der Kette, wird sie am schwächsten Glied reißen. Ähnlich verhält es sich auch im menschlichen Körper: Im Alltag und im Sport ist es nie ein einzelner Muskel, der angesteuert wird oder nie bzw. äußerst selten nur ein einzelnes Gelenk, das in einer Bewegung bewegt wird. Wir haben hier immer mehrere Muskeln und Gelenke, die für den Erfolg einer Bewegung oder einer Aneinanderreihung von Bewegungen wichtig sind. Erfüllen alle beteiligten Bewegungsapparate ihre Aufgabe, haben wir eine geschmeidige und ökonomische Bewegung. Kommt es jedoch in irgendeinem Teil zu Problemen oder Einschränkungen, ist die Gesamtbewegung beeinträchtigt. Das fällt uns in der Regel nicht sofort auf, da unser Körper ein Meister der Kompensation solcher Defizite ist. Doch langfristig oder bei extrem hohen Belastungen kann unser Körper dadurch Schaden nehmen. Es muss nicht zwingend das schwächste Glied kaputtgehen. Häufig ist durch eine Verkettung eine andere Region im Körper betroffen. Meist die, die mit der „Ausweichbewegung“ am wenigsten zurechtkommt. So kommt es immer wieder vor, dass man sich an den gleichen Stellen verletzt, obwohl diese Stellen nach einer OP oder Reha wieder völlig intakt waren.

Der Functional Movement Screen – kurz FMS – ist ein Screen (Filtersieb), mit dem man Bewegungsmuster analysiert und dysfunktionale Abläufe herausfiltert. Der FMS besteht aus sieben Einzeltests, bei dem Schwächen in grundlegenden Bewegungsmustern provoziert werden und aufgedeckt werden sollen. Der Tester versucht Fehler zu finden, ist aber natürlich zufrieden, wenn er keine findet. Hat eine Person Schmerzen bei einer Bewegung, gilt es, diese Person zu schützen –sprich die Strukturen nicht zu belasten und sie an medizinisches Fachpersonal zu übergeben. Alle anderen Bereiche dürfen voll trainiert werden.

Hat eine zu testende Person keine Einschränkungen, kann es direkt auf die Trainingsfläche oder auf das Spielfeld. Mit dieser Person kann man jede Form von Training machen, ohne eine Verletzung oder eine Verschlechterung der Muster zu provozieren – selbstverständlich auf die konditionellen Bedingungen der Person zugeschnitten.

Sollte eine Person gravierende Mängel in der Bewegung aufweisen oder sollten große Unterschiede im LinksRechts vergleich auftreten, gilt es, diese zu beheben, bevor die Testperson „beladen“ werden kann.

Die Gründe für ein mangelhaftes Bewegungsmuster sind sehr vielseitig. Es können diverse Stadien in der frühkindlichen Entwicklung wie das Krabbeln oder Robben übersprungen worden sein. Es kann aber auch eine alte Verletzung den Körper dazu veranlasst haben, sein Muster umzuprogrammieren. So kann z.B. ein Umknickendes Sprunggelenks und die damit verbundene Schonhaltung während der Heilung dazu führen, dass das Bewegungsmuster in der Hüfte gestört ist und dadurch die Ansteuerung bestimmter Muskeln nicht mehr so stattfinden kann wie es normal ist. Auch kann eine Gehirnerschütterung (auch wenn sie schon etliche Jahre zurückliegt) dazu führen, dass Muster gestört sind. Eine eingeschränkte Struktur (verklebte Faszien, steife Kapseln, entzündete Gelenke etc.) kann auch eine Ursache für ein dysfunktionales Muster sein. Möglichkeiten für eine Störung im Bewegungsmuster sind groß. Doch auch, wenn man manchmal nicht endgültig klären kann, woher eine Dysfunktion stammt, kann man über verschiedene korrigierende Übungen das falsche Muster bereinigen. Dies kann sehr schnell gehen (innerhalb einer Trainingseinheit mit einer korrigierenden Übung), kann aber auch Wochen, Monate oder auch Jahre dauern. Das hängt immer von der Länge, Art oder Schwere der Dysfunktion ab. Hat man das Muster oder die Asymmetrie bereinigt, kann man „das Muster beladen“ und voll trainiert werden.

FMS im Vitadrom
Der FMS wird ein fester Bestandteil der Trainingsphilosophie im Vitadrom werden. Da wir uns als Fitness- und Gesundheitsdienstleisterverstehen, steht die Gesundheit und damit auch ein hergehend die Fitness unserer Kunden im Vordergrund. Durch den FMS kann jeder das für ihn passende Training mit der passenden Dosierung finden. Wir können unsere Gäste optimal betreuen und ihnen helfen, ihre Problemzonen zu bearbeiten und diese zu optimieren, damit einem gesunden und langfristigen Training
nichts im Wege steht.

Getreu dem Motto von FMS: „First move
well, before move often”.


Euer Gideon Kull





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