Sportvg Feuerbach Info 01/2014
8 Sportvg Feuerbach ‚ Günstiger Mittagstisch ab 6,50 € Gerne auch zum Mitnehmen! ‚ Unsere Fischspezialitäten werden Sie begeistern ‚ Große Auswahl vegetarischer Gerichte ‚ Leckere kalte+warme Vorspeisen Paros_AZ_125x68_RZ.indd 1 28.02.2014 10:04:36 Uhr „Demenz geht uns alle an“ Dass Bewegung und Sport für Kopf und Gedächtnis hilfreich sind, soll das Projekt „Bewegung – auch für den Kopf“ zeigen. Dieses wird zurzeit gemeinsam von der Alzheimer Gesellschaft Baden-Württem berg, der Sportvereinigung Feuerbach und der Universität Stuttgart durchgeführt. Katrin Lebherz sprach mit der Geschäfts führerin der Alzheimer-Gesellschaft Baden- Württemberg, Sylvia Kern, über das Projekt und die Arbeit der Gesellschaft. Demenz ist in aller Munde, was aber verbirgt sich – einfach erklärt – dahinter? Der Betroffene nimmt eine zunehmende Vergesslichkeit wahr, Denkprozesse dauern länger, es gibt Schwierigkeiten bei der ört- lichen und zeitlichen Orientierung. Nicht immer handelt es sich bei zunehmender Vergesslichkeit um eine Form der Demenz. Gemeinsam mit dem Arzt können Betrof fene den Grund der Veränderungen heraus finden. Durch eine frühzeitige Diagnose und Behandlung lässt sich der Krankheits verlauf im besten Fall ein wenig verzögern. Eine Demenz bedeutet, dass die Betroffenen manche Dinge nicht mehr so gut machen können. Aber ganz viele Dinge können die Betroffenen noch lange genauso gut wie bisher. Außerdem ist die Krankheit über- haupt nichts, wofür man sich schämen müsste. Leider ist dies heute bei Betroffenen, aber auch Angehörigen, oftmals noch der Fall. Unsere Botschaft ist daher klar: Ziehen Sie sich nicht zurück, suchen Sie den Aus tausch und nehmen Sie weiterhin am öffentlichen Leben teil. Ein Sportverein wie die Sportvg Feuerbach beispielsweise bietet dazu eine wunderbare Plattform. „Demenz betrifft mich nicht“ – was entgeg- nen Sie einer solchen Aussage? Oh doch. Das betrifft jeden von uns. Immer wieder begegnen wir Menschen, die uns sagen: „Nein, Infos benötige ich nicht, ich bin ja fit“. Doch eine Demenz kann jeden von uns treffen. Alleine heute schon sind in Baden-Württemberg rund 185.000 Menschen betroffen. Bis 2050 wird sich diese Zahl voraussichtlich verdoppeln. Betroffene und ihre Familien benötigen eine konkrete Unterstützung und haben das Recht auf Lebensqualität und gesellschaftliche Teil habe. Auch Sportvereine werden sicherlich künftig verstärkt die Aufgabe haben, An gebote zu konzipieren für Menschen mit einer gesundheitlichen Einschränkung. Eine Demenz ist ein schleichender Prozess. Deshalb ist es umso wichtiger, den Körper und den Kopf von früh auf zu trainieren und bereits in einer Phase aktiv zu sein, in der man noch wirklich etwas bewegen und die Krankheit unter Umständen auch verzögern kann. Und das funktioniert bei- spielsweise mit Sport… Zum Beispiel mit Hilfe des Projekts „Bewegung – auch für den Kopf“? Ich bin sehr froh, dass wir das Projekt gemeinsam mit der Sportvg durchführen, die sich schon seit vielen Jahren der Thema tik mit Kursangeboten annehmen. Schon seit langem ist bekannt, dass Bewegung dabei hilft, fit zu bleiben – und das betrifft alle Bereiche des Körpers. Gerade auch bei Demenzkranken haben Studien herausge- funden, dass eine regelmäßige Bewegung eine prophylaktische und therapeutische Wirkung hat. Wir sprechen daher Menschen an, die erste Einschränkungen im Denken und im Gedächtnis wahrnehmen oder eine Demenzdiagnose im frühen Stadium erhal- ten haben. Das Programm soll für mehr Kraft, Ausdauer und Freude im Alltag sorgen. Wir fördern aber nicht nur die Bewegung, son- dern stärken auch die Gemeinschaft und den Austausch untereinander. Das ist ein ganz wesentlicher Punkt, denn leider ziehen sich Demenzkranke oftmals viel zu sehr zurück – sei es aus Angst, Scham oder auch aus Unsicherheit. Wie ist das Projekt aufgebaut? Das Projekt wird seit rund eineinhalb Jahren durchgeführt. Einmal in der Woche findet für die Teilnehmer ein gemeinsames Train ing im Vitadrom statt. Zusätzlich besucht ein Student der Uni Stuttgart jeden Teil nehmer einmal in der Woche zu Hause und absolviert mit ihm im gewohnten Umfeld Übungen für Körper und das Gedächtnis. Alle vier Wochen findet ein gemeinsames Treffen aller Projektteilnehmer im Vitadrom statt. Dabei ist uns ganz wichtig, dass jeder zu Wort kommt und sich alle untereinan- der austauschen. Wie mir meine Projekt verantwortliche bei uns im Haus, Frau Hartmann, immer wieder berichtet, be gegnet sich die Gruppe mit einer großen Offenheit, was ich als echten Gewinn für jeden Einzelnen sehe. Die Teilnehmer finden auf diese Weise den Mut, zu ihren Einschränkungen zu stehen. Man hilft sich mit Tipps und stellt fest, dass andere auch gewisse Einschränkungen haben. Das wie- derum stärkt ungemein. Unsere Aufgabe ist es, allen auch ihre Stärken immer wie- der zu zeigen und ihnen dabei zu helfen, sich nicht immer nur über ihre Defizite zu definieren. Das Projekt läuft noch bis xxxxx. Können Sie dennoch bereits heute etwas über den Erfolg des Projekts sagen? Die Erkenntnisse aus dem letzten Jahr sind für uns sehr wichtig. Schon jetzt werten wir das Projekt als großen Erfolg. Wir erle- ben, wie die Projektteilnehmer aus dem Sportkurs kommen, miteinander reden,
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