Sportvg Feuerbach Info 01/2014
39 Abteilung Turnen F a m i l i e n u n t e r n e h m e n i n d e r I V. G e n e r a t i o n Von der Rebe in die Flasche Von Werner Krug Im Rahmen der Veranstaltungen Kultur Wandern Radfahren begann das Jahr 2014 mit einer Führung durch eine der ältesten Familiensektkellereien Deutschlands. Nachdem die Einladungen zur Anmeldung im Vitadrom auslagen, war in kürzester Zeit die Anmeldeliste mit 50 Teilnehmern voll. Nach einer kurzen Begrüßung und Aufteilung der hohen Teilnehmerzahl in zwei Gruppen ist uns die Firmengeschichte sowie die Herstellung von Wein und Sekt beim Rundgang durch den Betrieb ausführ- lich erklärt worden. Im Jahr1887 hatte der Kaufmann Ludwig Rilling aus Heilbronn in Bad Cannstatt mit der Einlagerung und Pflege von Cannstatter Weinen begonnen. Die Weine lagerten da mals, wie zum Teil heute noch, im Tiefkeller, der in der Römerzeit 90 bis 260 nach Chr. als Baderaum diente. Alte Steinmauern und Figuren zeigen noch in die Vergangen heit. Die Kellerei liegt nur wenige Meter vom Neckar entfernt. Erstaunlich ist, dass kein Neckarwasser in den 60 cm tiefer lie- genden Keller eindringt. Wassereinbruch besteht eher von der gegenüberliegende Bergseite. Durch steigende Nachfrage nach Rillingprodukten war man in den 60 Jahren gezwungen, sich zu vergrößern. Flächen mäßig war dies nicht möglich, so entschied man sich für den Bau eines Hochlagers. Dort stehen heute die großen Edelstahl tanks. Seit 1935 wird Rilling Sekt in der vierten Familiengesellschaft geführt. Die Firma beschäftigt ca. 50 Mitarbeiter die vorwie- gend in der Verwaltung und Vertrieb tätig sind, Abfüllung und Verpackung ist größten teils automatisiert. Langjährige verbundene Weingärtner aus Württemberg liefern Trauben aus besten Lagen Württembergs, die im eigenen Haus gekeltert und ausge baut werden. Und wie wird im Hause Rilling aus Wein Sekt? Der nach der Pressung der Trauben gewonnene Traubenmost wird durch Zusetzung von Hefe und Zucker in großen Edel und Stahltanks zwischen 10000 und 40000 Liter fassend mindesten 30Tage unter ständiger Umwälzung vergohren. Die Sekterzeugung in Flaschengährung wird im Hause Rilling nicht angewendet. Erst nach der zweiten Gährstufe muss der Sekt über sechs Monate reifen, danach mehrmals gefiltert werden. Erst dann erfolgt die Abfüllung und Verkorkung. Der Druck in der Flasche liegt bei fünf bis sechs bar bei weitem mehr als in einem Autoreifen. Der Ausstoß von Rilling an Wein und Sekt beläuft sich zwischen sechs bis sieben Millionen Flaschen im Jahr. Im Verkaufs shop können die Weine u. Sekte probiert und gekauft werden. Auf Wunsch werden die Flaschen mit eigenem entworfenem Etikett versehen. Für die Teilnehmer endete nach drei Stunden der informative Nach mittag mit einer Sektprobe und Brezel. Die nächste Veranstaltung findet am 9. April statt.
Made with FlippingBook
RkJQdWJsaXNoZXIy NDAzMjI=